Das Mordwerkzeug - der Holzklotz von OldenburgDer Täter ist gefasst, er hat die unglaubliche Tat gestanden. Der Holzklotzwurf an der Autobahnbrücke bei Oldenburg-Etzhorn ist (scheinbar) aufgeklärt.

Der Täter: ein drogensüchtiger Kasache mit deutschem Pass. Nikolai H.

Das Motiv: Allgemeiner Frust.

Leider beleben die bisher bekannten Fakten alte Vorurteile. Ein Kasache, ein Ausländer der vor 16 Jahren nach Deutschland eingereist ist, drogensüchtig und einschlägig vorbestraft, wird zum Mörder einer jungen Mutter. Heimtückisch, und aus Frust über sein Leben. Schnell schießen mir Vorurteile in den Kopf. Der drogensüchtige, mordende Ausländer. Dabei spielt die Nationalität doch kaum eine Rolle. Auch seine Drogensucht ist kein Grund für Schnellschüsse. Sollen nun alle Drogensüchtigen, oder gar alle Kasachen (17.000 leben in Deutschland), womöglich sogar alle Ausländer unter Generalverdacht gestellt werden? Das wäre grotesk.

Nachdenklich stimmt mich schon eher die Tatsache, dass Nikolai H. immer wieder straffällig geworden ist. Kleinere Diebstähle und eine Haftstraße von 18 Monaten stehen auf seinem Führungszeugnis. Aber sollen nun alle Ex-Knakis auf Schritt und Tritt verfolgt werden? Nein, das ist es nicht,…

Die Frage nach einem ,,Schuldigen“, der die Tat nicht hätte verhindern können, einen Sündenbock, führt auch zu nichts. Nichts wird wieder so wie es einmal war, selbst wenn Köpfe rollen und ,,Verantwortliche“ ihre Stühe räumen müssten.

Die einzige Frage die sich stelle: Wie kann die Gesellschaft verhindern, dass andere Nikolais nicht ebenfalls aus Frust zu Tätern werden? Ich habe darauf keine Antwort.